4. Männertag Töss

 

An der anfänglichen Erwartung, dass 100 Männer am 4. Männertag -Töss teilnehmen würden, sind wir eindeutig gescheitert. Aber das war ja – vielleicht – unser Glück. Jedenfalls kamen am 23. Juni 2012 dann doch über 50 Männer aus Bern, St. Gallen, aus Winterthur und aus unserem «Heimquartier» Töss im Gaswerk zusammen. Gelingen und Scheitern standen gleich schon beim Eintreten auf dem Spiel; denn die Männer hatten je zu dritt einen Turm zu bauen, der zwangsläufigerweise irgendwann einstürzte. Den «Scheiterhaufen» deutete ein «Magier» dann aber gleich als Glücksorakel und der Kaffee trug dann das Restliche zum Anfangsglück des Tages bei.

 

 

Pierre Stutz, der selber mühsam-befreiend lernen musste, das Scheitern in sein Leben zu integrieren, zeigte in seinem Impulsreferat auch mit Humor auf, wie wir zum «Glück» scheitern können, um engagiert-gelassen unterwegs zu sein.

Die Sonne und die Aussicht auf einen italiensche Köstlichkeiten lockten zur Essenszeit aus dem eher dunkeln Fabrikgebäude ins Freie. Dem Risiko von Glück und Scheitern setzten sich die Männer am Nachmittag aus: beim Zeichnen eines Portraits, mit Jonglierbällen in Händen, oder als Clowns, die ohne geglücktes Scheitern gar keine Clown spielen könnten. Urtümliche Glücksgefühle wurden beim Naturjodeln entfacht. Und stärken- kraftvoll dröhnten die Trommeln durch die Gaswerk-Hallen.

Was am Morgen mit kleinen Türmchen begonnen hatte, wuchs am Abend meterhoch in den Hallenhimmel empor. Zum Sound von Beda Mächlers Gitarre wuchs langsam ein Turm aus aufeinandergeschichteten Dachlatten in den Hallenhimmel empor. Er blieb stabil und erst der Zug an der Leine brachte das sechs Meter hohe Werk unter Getöse zum eindrucksvollen Einsturz.

Mit einem einfachen Ritual fand der 4. Männertag Töss seinen Abschluss. Herzlichen Dank allen, die mit vorbereitet haben und allen Männern, die es gewagt haben, sich mit dem Scheitern auseinander zu setzen.

 

Christian Eggenberger